Alles Nur Zum Besten

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Dienstag, Dezember 30, 2008

Israels Eingriff in Gaza


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MP3 Datei: Israels Eingriff in Gaza

Mit den Bildern, die in den letzten Tagen über unsere Bildschirme flackern, würde ich gerne etwas erläutern das die Situation eventuell im Kontext erscheinen lassen könnte:

Es wird einige unter uns geben die sagen, dass Israels Angriffe auf Gaza notwendig sind wenn wir das Terrorproblem in Israel jemals unter Kontrolle bringen wollen. Wenn Kinder dabei in die Schusslinie kommen dann ist das tragisch aber leider unvermeidbar...

Auf der anderen Seite wird es diejenigen geben die sagen dass Israels Vorgehensweise unter keinen Umständen zu rechtfertigen ist, man kann Unschuldige nicht in diesen Konflikt mit hinein ziehen...

Die Wahrheit ist - wie immer im Leben - irgendwo zwischen diesen zwei Gegensätzen.

Leider ist unsere Betroffenheit und Empörung reine emotionelle Verschwendung, denn sie hilft keinem Israeli und keinem Anwohner von Gaza.... Gedanken und Ideen bewirken nun mal nichts wenn sie nicht mit Taten untermauert werden...

Sollten wir etwas tun wollen, dann sollten wir uns verpflichten mehr über diesen Konflikt herauszufinden, und zwar von einem spirituellen Standpunkt, denn alles Andere wird nur die gleiche Materie sein die wir unser Leben lang eingetrichtert bekommen haben...

Für diejenigen, die immer noch glauben dass wir es hier mit einem Krieg um "Land" zu tun haben, der gelöst werden kann in dem sich die Parteien nur friedlich an den Tisch setzen sollten, und mal RICHTIG mit einander zu reden, wird es Zeit aufzuwachen und der Realität ins Auge zu schauen. Wohlgemerkt, aufwachen nicht aus intellektuellen, sondern aus viel praktischeren und lebenswichtigeren Gründen die jeden Jüdischen Menschen in Europa und der übrigen Welt in den kommenden Jahren mehr und mehr betreffen werden....

Es ist keine Neuigkeit dass offener Judenhass - unter dem Deckmantel der "Empörung über Israels Behandlung des Palästinaproblems"- immer salonfähiger wird... Während unsere okzidentalen Freunde es meist bei der Empörung belassen, nehmen unsere mittelöstlichen Freunde, die in Europa leben, die Sache viel persönlicher und auch viel handfester, und so werden immer mehr kleine Zwischenfälle gemeldet. Das geht von Klassenbesuchen in der Synagoge, wo Jugendliche gegen die Bima (Pult, auf dem die Tora gelesen wird) treten und bemerken, dass die "Arbeit" vor 60 Jahren leider nicht zu Ende geführt wurde (Stockholm), über Messerattacken (Frankfurt), bis hin zu brutalen Angriffen, in denen junge Juden blutig und besinnungslos geschlagen werden weil sie einen Magen David (Davidstern) tragen (Kopenhagen). In Frankreich sind diese Art Attacken so alltäglich, dass ich diese ganze Email, nur mit Französischen "Zwischenfällen" füllen könnte...

Wenn man glaubt, dass das nur den anderen passiert, da man sich ja als Jude kaum "outet", dann wird es - meines Erachtens nach - langsam Zeit der Realität ins Auge zu schauen.

Der Konflikt mit dem wir es zu tun haben lebt seit Isaak und Ishmael und hat NICHTS MIT LAND ZU TUN... Er hat ALLES mit der (verzweifelten) Liebe eines Sohnes zu seinem Vater zu tun....

Der Konflikt, der sich seit frühsten Generationen bis heute abspielt, ist das Gedeihen eines Keimes der vor knapp 3300 Jahren in die Welt gesetzt wurde: als Sarah das "treiben" Ischmaels beobachtete, und als Resultat Avraham riet, Hagar mit Ishmael aus dem Lager zu verbannen. Avraham weigerte sich! Natürlich weigerte er sich, er liebte seinen Sohn.... seinen Ischmael - es war für ihn unvorstellbar seinen Sohn aus dem Lager, und somit aus seinem Leben zu verbannen: "Und die Sache bekümmerte Avraham sehr" (Gen 21.11). Es war für ihn so schwer, dass es als eine der 10 Prüfungen gilt die Avraham in seinem spirituellen Wachstum absolvieren musste. Es war so schwer für ihn, seinen Sohn zu verbannen, dass es an der Unmöglichkeit grenzte...

Es benötigte das Einschreiten Hashems, um ihn von der Notwendigkeit zu überzeugen, Ischmael fort zu schicken und Isaak nicht unter seinem Einfluss aufwachsen zu lassen, denn Ischmael, wie die Tora uns sagt: "wird (wie) ein wildes Tier sein, seine Hand gegen jeden und die Hand aller gegen ihn."(Gen 16.12).

Man muss kein Historiker sein um zu sehen wie dieser Satz sich in der Weltgeschichte ausspielt. Und man muss kein Psychiater sein um zu sehen, welchen psychologischen Abdruck eine solche Episode auf der Psyche eines Menschen hinterlässt: die Verwirrung Ischmaels, vom eigenen Vater verbannt zu werden; das Unverständnis, noch eben der einzige Sohn gewesen zu sein und plötzlich nicht nur seinen "Ruhm" teilen zu müssen, sondern ganz von der Bildfläche zu verschwinden. Allein in diese kalte Welt geschickt zu werden...

Es ist verständlich, wenn Kinder aus Waisenhäusern sich fantastische Szenarien vorstellen, warum ihre Eltern sie verlassen haben, es lindert den Schmerz des Verlassenwerdens. Ischmael ist noch härter getroffen: Gerade noch war er der Favorit und jetzt wird er bei Tageslicht, vor aller Augen, aus dem Hause verbannt....

Der Schuldige steht fest: Isaak - der alleinige Erbe - er bekommt alles was Ischmael hätte zustehen sollen, und nicht nur das, er bekommt alles was Ischmael schon gehört.... und so konzentriert sich der ganze Hass Ischmaels und all sein Frust auf Isaak...Ischmael kann nicht ruhen, bis er alles was "ihm gehört", dem Griff Isaaks entreißt, sogar wenn er dabei sein Leben verlieren sollte.

Die Parallele zu unserer Situation ist nicht zu übersehen...

Es ist kein Zufall dass die Union zwischen Ischmaels Tochter (Machalat) und Esau, den Sohn Amalek in die Welt setzt. All der gebündelte Frust von Ischmael und all der gebündelte Hass von Esau in einem Menschen, dessen Ziel nur eines ist: Die absolute Zerstörung Israels...

Bedeutet dies, dass wir Ischmael zerstören sollen, um Ruhe zu haben? Nein! Ischmael ist ja nicht Amalek!

Es bedeutet, dass wir Mitgefühl haben müssen...Mitgefühl für den "ungeliebten Bruder", einen Bruder, der aus Gründen, die außerhalb unserer Kontrolle sind, psychologisch leiden musste, und dessen Psyche so angeknackst ist das seine Taten von Hass und Rache geschürt werden. Da ein Mensch sich so etwas nicht eingestehen kann, muss er andere Beweggründe finden, um mit sich selber leben zu können...

Und die findet Ischmael: Auf der weltlichen Ebene will Ischmael nur das, was "ihm zusteht" und ihm entrissen wurde...
Auf der spirituellen Ebene will Ischmael G-tt beweisen dass er doch würdig ist... "Schau G-tt, vielleicht hieltest du mich nicht für würdig, im Hause meines Vaters zu bleiben, aber ich werde dir zeigen dass ich würdig bin, sogar wenn es bedeutet dass ich mein Leben dafür gebe. Ich liebe dich so sehr, dass ich dir mein Leben opfere, meines und das der Anderen auch, aller Anderen wenn es sein muss...."

Bedeutet dies, dass wir nichts tuend da sitzen, und bemittleidend darauf warten sollen von einer Ischmaels Racheattacken getroffen zu werden? Auf keinen Fall! Wir müssen uns verteidigen, und das bedeutet dass wir präventiv Vorgehen müssen, wenn uns das die größere Sicherheit gewährt...

Schön und gut Eli, ich habe jetzt zwei Seiten deines Geschwätzes gelesen und weis immer noch nicht worauf du hinaus willst...

Worauf will ich hinaus? Wenn man diesen Konflikt als ein Resultat des Britischen Mandats von 1922 und dessen Auswirkungen sieht, dann hat man keine Chance diese Sache jemals zu verstehen...das unvermeidliche Resultat ist, dass man sich leicht in den Teufelskreis des Hasses mit einziehen lässt.... UND HASS IST IMMER FALSCH!

Um zu wissen wie man sich in dieser turbulenten Zeit zu benehmen hat, muss man sich mit der Materie befassen. Und die Materie ist die Gesamtsumme unserer mündlichen und schriftlichen Tradition und ihres Zwischenspiels mit der Welt...

So wie DNA, das unsere Augenfarbe bestimmt, schon bei der Befruchtung anwesend ist, so ist alles was jetzt passiert das Gedeihen von Samen, die noch zu Adams Zeiten aus "dem" Apfel fielen, wir müssen nur wissen wo diese Samen zu finden sind und wie sie gedeihen...

Wenn du mehr wissen willst, unsere Vorlesung am Dienstag, den 30.12.2008 dieser Woche wird sich mit diesem Thema befassen. Ich hoffe dich dort zu sehen: 20.15Uhr Münstersche Str. 6, Berlin. Ansonsten www.alles-nur-zum-besten.com

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der Scluss 'wir MUESSEN uns verteidigen, preventiv ...'

ist - kurz und buendig - dummes Zeug.

Auch Kain fand Gruende um Abel zu toeten.


Liebe ist das nicht.

Jom ha'ahava hat gesagt…

B"H

Alle Gerechten müssen die Gebote Noachs halten.
Erst recht alle Juden, erst recht alle Moslems, alle, die den Höchsten anbeten!
Hinter diesen ethischen und sprituellen Standard DARF die Menschheit nicht wieder zurückfallen, um keinen Preis!
Das ist die eigentliche Prüfung in den Konfliktregionen dieser Welt.

Nur wer die Noachidischen Gebote hält, wird teilhaben an der Kommenden Welt.
Das ist die Messschnur. Die Messschnur ist, ob wir es schaffen, würdige Bnei Noach zu sein, würdige Kinder Noachs, würdige Zaddik.

Denn wenn wir den Regenbogen verraten, dann werden wir nicht teilhaben können an der Kommenden Welt.
So können wir in unserer heutigen Zeit der Orientierungslosigkeit zumindest dieses Eine klipp und klar sagen; und dies für ALLE Völker!
Alle Priester HaSchems haben eben dieser Aufgabe zu dienen:
dass es möglichst viele Gerechte geben möge, und dass möglichst wenige darin scheitern mögen.
Denn wer es nicht schafft, ein Zaddik zu sein, wird verloren gehen.
Und nur dass ist unsere Aufgabe: dass möglichst wenige verloren gehen mögen für die Kommende Welt.
Der Nahost-Konflikt und alle anderen Krisenherde sind Prüfsteine, sind schon jetzt Gerichtsorte, an denen jedes Herz, jede Seele gewogen wird.
Zur Ernte werden nur die gehören, die an Jenem Tag nicht für zu leicht befunden werden.
Nicht töten! gehört dazu.
Das Mindestgewicht für die Ernte ist das Halten der Noachidischen Gebote.

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